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„Wie die Gallier im römischen Reich“

03.01.2013

Am 31.Dezember 2012 tritt Regula Pulfer als Kompostberaterin offiziell zurück. Sie lässt eine bewegte, spannende Zeit Revue passieren.

Kompostberatungzoom

Regula Pulfer (Mitte) mit der zuständigen Gemeinderätin Anet Spengler Neff und Marcel Leutwyler, Leiter Umwelt und Facility Management der Verwaltung.

 Gemeindeverwaltung. Es sprudelt nur so aus ihr heraus. Unzählige Geschichten und Anekdoten kommen Regula Pulfer in den Sinn, wenn sie an die letzten zwanzig Jahre als Kompostberaterin denkt. Das Kompostieren sei für sie die natürlichste Sache der Welt. Damals als sie mit ihrer Familie nach Arlesheim gezogen sei, konnte sie nicht verstehen, dass die Leute das hier nicht tun. „Es gab nur eine Sammelstelle für Rüstabfälle“ erinnert sie sich.
Doch dann wurde 1993 die Sackgebühr eingeführt. Und plötzlich wurde Kompostieren zum Thema. Es ist Regula Pulfer wichtig, dass Marie Regez als Mitstreiterin der ersten Stunde erwähnt wird. Die ehemalige Gemeinderätin ebnete Regula Pulfer in manchen Dingen den Weg. Sie kannte die Abläufe auf der Gemeinde, wusste wer für was verantwortlich war und zusammen waren wir ein unschlagbares Team, sagt Pulfer. Mit einer Kampagne, die über drei Jahre ausgerichtet war, sollte die Bevölkerung aufs Kompostieren aufmerksam gemacht und sensibilisiert werden. Parallel dazu absolvierten Marie Regez und Regula Pulfer einen Kompostierkurs. Schon bald wurde Regula Pulfer in die Umweltkommission gewählt und bekam so die Möglichkeit, auch ihre Anliegen zum Thema Kompostieren an geeigneter Stelle zu plazieren.

Breite Palette
Das schwierigste Unterfangen war die Grundeinstellung der Bevölkerung zu ändern, sagt Pulfer. „Kompostieren musste ein neues Image bekommen und aus der grünen Ecke raus“, ergänzt sie. Es gab schon Zeiten, da fühlten wir uns wie die Gallier im römischen Reich“ erinnert sie sich. Aber die innere Überzeugung und das Herzblut für die Sache liessen uns nicht aufgeben. Und Marie Regez und ich zogen am gleichen Strick, betont sie.
Ihre Strategie war einfach: der Einstieg ins Kompostieren musste für die Leute möglichst simpel gestaltet werden. Mit der Einführung des Häckseldienstes der Gemeinde wurde ein wichtiger Grundstein fürs Kompostieren gelegt. Bei grösseren Überbauungen wurden Sammel-Kompostplätze eingeführt. Kleinigkeiten, wie Materialverkauf zu günstigen Konditionen oder Crashkurse ergänzten die Angebotspalette. Ein Geniestreich gelang den initiativen Frauen mit der Einführung des Kompostkurses im Kindergarten. Die Kleinen haben Freude an den Käfern, die im Komposthaufen wohnen und tragen die Idee und den Gedanken des Kompostierens nach Hause. „Zudem werden sie auf das Thema sensibilisiert und finden hoffentlich später das Kompostieren die natürlichste Sache der Welt“ sagt Regula Pulfer mit einem Augenzwinkern.

Zukunft in guten Händen
Nach 20 Jahren wird in Arlesheim mit Begeisterung kompostiert. So wurde Arlesheim vom Schweizerischen Kompost Forum zur Vorzeigegemeinde ernannt. Die Kompostberatung betreut nebst den Privaten über 50 Gemeinschafts-Kompostplätze im Dorf.
Und nun tritt Regula Pulfer zurück. Am 31. Dezember 2012 hatte sie ihren letzten Arbeitstag. Seit der Pensionierung von ihrem Mann, liebäugelte sie mit einem Rücktritt, um die Zeit für ihre grosse Leidenschaft, das Reisen zu nutzen, sagt sie. Es sei ihr aber sehr wichtig gewesen, dass die Kompostberatung weiterhin gut betreut sei. Wenn man so viel Herzblut und Engagement in eine Sache steckt, möchte man die Zukunft in guten Händen wissen. Mit Wilma Ruf-Sager wurde eine kompetente Nachfolgerin gefunden. Regula Pulfer und ihr Mann können getrost ihre nächste Reise antreten.