09.06.2026
Von der «Quartierentwicklung alter Postplatz» zum «Quartierplan Zentrum» - wie wird sich unser Dorfzentrum weiter entwickeln?
Im «Wochenblatt» publizieren wir ab 11. Juni 2026 eine Artikelserie zur Quartierentwicklung im Dorfzentrum. Nachfolgend können Sie diese Texte zu den verschiedenen Themen und Fragen zum Projekt nachlesen.
Der Postplatz ist in Arlesheim ein Begriff. Seit mehreren Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit der Frage, wie sich dieses Gebiet und sein Umfeld künftig entwickeln sollen. Dabei wurde immer deutlicher: Es geht längst nicht mehr nur um einen einzelnen Platz. Es geht um das Zentrum von Arlesheim als Ganzes. Deshalb trägt das Projekt heute einen neuen Namen: «Quartierplanung Zentrum – wo wir einander begegnen». Der neue Name beschreibt besser, worum es uns geht: Im Zentrum treffen Menschen aufeinander, wohnen, arbeiten, erledigen ihre Einkäufe, besuchen kulturelle Angebote oder nutzen öffentliche Einrichtungen. Das Zentrum ist ein Ort der Begegnung und ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens. Entsprechend breit müssen die Fragen betrachtet werden, die wir in den kommenden Jahren beantworten wollen.
Die Geschichte dieses Projekts reicht einige Jahre zurück. Bereits 2018 wurden erste Ideen im Rahmen der Testplanung Postplatz vorgestellt. Parallel dazu liefen Arbeiten im Zusammenhang mit der Teilzonenplanung Siedlung Ortskern. Die Diskussionen zeigten, dass zahlreiche Themen miteinander verbunden sind und nicht isoliert betrachtet werden können. Ende 2022 beschloss der Gemeinderat deshalb, die damaligen Arbeiten zu sistieren und verschiedene Grundlagenfragen vertieft zu klären.
Mit dem Legislaturprogramm 2024–2028 wurde die Entwicklung des Zentrums als eines der zehn Masterprojekte der Gemeinde wieder aufgenommen. Seither werden die notwendigen Grundlagen erarbeitet, um die nächsten Schritte vorzubereiten. Seit Frühjahr 2026 liegt die politische Verantwortung für das Projekt bei Gemeinderätin Brigitte Treyer.
Um unterschiedliche Sichtweisen frühzeitig einzubeziehen, hat die Gemeinde zudem eine Begleitgruppe eingesetzt. In dieser Gruppe engagieren sich Personen, die sich mit verschiedenen Aspekten des Zentrums besonders auseinandersetzen oder Delegierte von Kommissionen sind. Die Begleitgruppe bringt Anregungen ein, diskutiert Fragestellungen und begleitet den Prozess aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Im nachfolgenden Beitrag lesen Sie, wer Mitglied der Begleitgruppe ist.
Mit dieser Artikelserie möchten wir Sie über den Stand der Arbeiten informieren. Dabei geht es auch um grundsätzliche Überlegungen: Welche öffentlichen Nutzungen braucht das Zentrum in Zukunft? Wie können Wohnen, Arbeiten und Begegnung zusammenfinden? Welche Anforderungen stellen Klima, Mobilität und Ortsbild an die Entwicklung?
Diesen Fragen werden wir in den kommenden Wochen Schritt für Schritt nachgehen.
In der Raumplanung unterscheiden wir zwischen privaten Nutzungen wie Wohnraum und privaten Büros und öffentlichen Nutzungen – beispielsweise Schulen, Verwaltung, Kultur- und Sportanlagen. Von einer öffentlichen Nutzung sprechen wir, wenn ein Ort oder eine Anlage der Allgemeinheit zur Verfügung steht. Ein Beispiel für eine öffentliche Nutzung im Zusammenhang mit der Quartierentwicklung Zentrum ist die Gemeindebibliothek. Wie soll unsere Bibliothek in Zukunft aussehen? Was soll sie leisten können? Welchen Anforderungen muss sie genügen? Welchen Bedürfnissen über die Medienausleihe hinaus soll sie gerecht werden?
Vielleicht erinnern Sie sich an unsere Einladung zu einem Visionenspiel vor einem Jahr. In einem moderierten, interaktiven Online-Format haben wir gemeinsam Ideen für die «Bibliothek der Zukunft» entwickelt. Diese Überlegungen werden im Rahmen der Quartierentwicklung weiter ausgearbeitet. Die Bibliothek soll künftig mehr sein als ein Ort der Medienausleihe: Sie soll zum Verweilen und Arbeiten einladen, kulturelle Angebote ermöglichen und vor allem ein Ort der Begegnung sein.
Eine weitere öffentliche Nutzung ist der offene Garten am Postplatz. In diesem Zusammenhang steht auch die vor zwei Jahren eingereichte Petition der Frischluft zum Erhalt des offenen Gartens. Als Erweiterung der Bibliothek nach aussen könnte dieser Garten eine wichtige öffentliche Funktion als Aufenthaltsort und Treffpunkt übernehmen. Die Petition hat gezeigt, dass ein Bedürfnis nach einer solchen Oase im Dorf besteht.
Im Unterschied zur öffentlichen Nutzung betont der Begriff der öffentlichen Aufgaben die Verantwortung der öffentlichen Hand. Es geht dabei nicht um die Zugänglichkeit eines Ortes, sondern darum, wem eine bestimmte Aufgabe obliegt. Ein Beispiel dafür ist das Thema «Wohnen im Alter» – angesichts der demografischen Entwicklung in unserer Gemeinde eine wichtige Zukunftsfrage. Die «Quartierplanung Zentrum» soll deshalb auch Antworten darauf liefern, wie das Angebot an Wohnmöglichkeiten den Bedürfnissen einer älter werdenden Gesellschaft bestmöglich gerecht werden kann.
Zentrumsnahes Wohnen und kurze Wege sind wichtige Ziele aktueller Siedlungsentwicklungen – auch in Arlesheim. Konzepte wie die 15-Minuten-Stadt oder die 10-Minuten-Nachbarschaft sehen vor, dass alle wichtigen Alltagsangebote in Fussdistanz liegen und schnell erreichbar sind. Der vorhandene Raum mit seiner vielfältigen Infrastruktur wird besser genutzt. Menschen wohnen näher bei Geschäften, Schulen, Arbeitsplätzen, Freizeitangeboten und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Das hilft, Grünflächen vor Überbauung zu bewahren und Siedlungen umweltfreundlicher und verkehrsärmer zu gestalten.
Insbesondere für ältere Menschen ist es von grossem Vorteil, wenn Bäcker oder Metzger gerade um die Ecke zu finden sind, die Hausärztin ihre Praxis in der Nähe hat und auch der Weg zum Tram zu Fuss kein Hindernis darstellt. Dies sind übergeordnete Grundsätze der Raumplanung, welche wir auch bei der Planung des Quartierplans Zentrum beachten.
Familien freuen sich, wenn die Kinder den Schulweg problemlos allein bewältigen können, Freizeitangebote sowie Frei- und Grünräume in der Nähe vorhanden sind und genügend Platz besteht, damit sich Kinder mit ihren Freundinnen und Freunden treffen können.
Wir wollen ein Zentrum für alle Generationen. Gleichzeitig müssen wir Antworten finden, wie unsere älter werdende Bevölkerung auch künftig passenden Wohnraum im Dorf finden kann.
Wir sehen, dass in Arlesheim nach wie vor grosser Bedarf an Wohnraum besteht – für Familien ebenso wie für ältere Menschen. Deshalb begleitet die Idee eines generationenübergreifenden Wohnens auch unsere Überlegungen zur Nutzung im Zentrum. Unsere «Bibliothek der Zukunft» kann dabei ein zentrales Element des Quartiers werden: als Treffpunkt für Jung und Alt und als Ort, der neben der Bibliothek auch Räume für kreatives Arbeiten, Austausch und Zusammensein bietet.
Katrin Bauer Zecha - Baukommission
Valentin Hänggi - Ortskernkommission
Christine Kleewein - Kinder- und Jugendkommission
Patrizia Krug - Kulturkommission
Reto Wolf - Kommission für Altersfragen
Anett Spengler - Naturschutz-, Umwelt- und Energiekommission
Marco Derungs - Stiftung Landruhe
Martin Plattner - Stiftung Landruhe
Urs Ziegler - Bevölkerung
Tobias Seewer - Bevölkerung
Toni Fritschi - Bevölkerung
Peter Schuknecht - Bevölkerung
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